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leopoldprokesch



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BeitragVerfasst am: Fr Apr 04, 2008 7:54 pm    Titel: EINSTEIN Antworten mit Zitat

..............denkt man "Gottes Gedanken",
dann ist der Rest nicht mehr schwierig,
weil es dann die aus menschlicher Perspektive sich
ergebenden probleme nicht gibt

_________________
Das Neutrino ist der wahre Lichtstrahl und nicht das Photon
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Beiträge: 2162
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BeitragVerfasst am: Sa Okt 10, 2009 3:28 pm    Titel: Re: EINSTEIN Antworten mit Zitat

leopoldprokesch hat Folgendes geschrieben:
..............denkt man "Gottes Gedanken",
dann ist der Rest nicht mehr schwierig,
weil es dann die aus menschlicher Perspektive sich
ergebenden probleme nicht gibt
Das habe ich nicht ganz verstanden, Leopold.

Magst Du es genauer erläutern, bitte?

Zitat:
Die beiden SPIEGEL-Artikel "Der erschöpfte Schöpfer" und "Die Welt aus dem Nichts" beruhen auf der ungeprüften Voraussetzung, daß das Universum vor langer aber begrenzter Zeit "entstanden" wäre. Die meisten Probleme, die Kosmologen deshalb bewegen, ergeben sich aus dieser Prämisse, und ihre Zuflucht zu einem göttlichen Schöpfer ist dann fast unvermeidlich. Nun könnte man daraus den Schluß ziehen, daß der mesokosmisch geprägte Verstand des Menschen mit der Kosmologie überfordert ist, wenn es nicht das Zeugnis antiker Denker und sicher auch noch manch anderer gäbe, welche die Welt nicht nur mit den Augen der Sterblichen gesehen haben, für die es ganz selbstverständlich ist, daß alles einen Anfang und ein Ende haben muß. Die neueste astronomische Forschung hat nun aber das Ergebnis erbracht, daß ein Ende nicht absehbar ist - doch an der Überzeugung von einem zeitlichen Anfang aller Dinge wird eisern festgehalten. Bestenfalls wird akzeptiert, daß "unser Universum nur eines von vielen ist", die aber auch auf die gleiche Weise "entstanden" wären. Ja, "entstanden" ist unser Universum bei einer "Urknall" genannten Megaexplosion schon, aber eben nicht aus dem Nichts sondern aus einer Materie, die schon existierte und zu der möglicherweise Antimaterie hinzu trat, wie G. Faust ergänzt. Man muß eben lernen, nicht nur über den räumlichen sondern auch über den zeitlichen Rand hinauszuschauen. Das heißt für mich, "Gottes Gedanken zu denken", was Einstein stets vorschwebte, was ihm aber nicht leicht fiel, weil auch sein Denken von unhinterfragten Erwartungen beherrscht wurde. Doch bezüglich der Kosmologie stimme ich Einstein im folgenden Punkt zu: denkt man "Gottes Gedanken", dann ist der Rest nicht mehr schwierig, weil es dann die aus menschlicher Perspektive sich ergebenden Probleme nicht gibt.

Wenn gesagt wird: Gott ist die Wahrheit oder die Wahrheit ist bei Gott, so sind damit Aussagen gemeint, die sich ergeben, wenn der Mensch - sein übliches Denken transzendierend - den weitestmöglichen Gesichtspunkt einnimmt, hier: ein Universum ohne Grenzen in Raum und Zeit. Ein solch unendliches Universum bringt nicht nur alle kosmologischen Probleme zum Verschwinden, sondern läßt auch keinen Ort für einen Gott der außerhalb steht. Ich sehe es als ein Werk der Kirchen an, Gott und Welt getrennt zu haben, damit für sie mehr Herrschaftsraum bleibt. Dadurch haben wir heute einen heiligen, ewigen und unendlichen Gott, und eine aus dem Nichts geschöpfte unheilige, zum Verbrauch bestimmte endliche Welt. Daß aber das eine nicht ohne das andere sein kann, spüren wir ganz instinktiv. Daher käme es darauf an, das Schisma, das nur in unseren Kopf existiert, um unserer Vernunft und Würde willen zu überwinden.

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Grüße aus München, isi •≡≈ ¹₁₂½√∠∞±∫αβγδεηκλπρσφω ΔΣΦΩ
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