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Frequenzen beim Rauschen


 
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Ist Absorption das was alles sagen? :: "Ton" vom Überschallknall  
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Rapante
Gast





BeitragVerfasst am: Mi Dez 02, 2009 3:40 pm    Titel: Frequenzen beim Rauschen Antworten mit Zitat

Hallo zusammen!

Schon lange beschäftige ich mich mit der Akustik bei der Sprachproduktion, also auch damit, wie Sprachschall im Oszillogramm und Sonagramm dargestellt wird etc.
Letztens hat mich aber eine Studentin mit einer Frage so verunsichert, dass ich mich seitdem im Kreis drehe und total verwirrt bin!
Es geht um folgendes:

"Frequenz" ist ja grundlegend definiert als Schwingungen pro Sekunde. Daher können wir dem Stimmton eine bestimmte Frequenz in Hz zuweisen, z.B. Stimmton bei Frauen um die 200 Hz - 200 Glottisschwingungen pro Sekunde.

So.
Jetzt gibt es aber auch andere Laute, die z.B. einem Rauschen sehr nahe kommen (Frikative), und die keinen Stimmton haben, wie z.B. ein ssssssss.

Hier gibt es in den hohen Frequenzen (ca. 8000 Hz) viel Energie, man sagt also, dieser Laut hat einen Frequenzschwerpunkt zwischen 6000 und 8000 Hz.
Verstehe jetzt nicht, wie man da von Schwingungen pro Sekunde (Hz) reden kann, wenn man doch im Oszillogramm sieht, dass so ein Geräusch überhaupt nicht periodisch, sondern ganz und gar aperiodisch ist.

Wie kann man also bei einem aperiodischen Signal wie dem Rauschen von Frequenz reden, also von Schwingungen pro Sekunde?

Ich freue mich auf eine baldige Erleuchtung!
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Ebs1



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BeitragVerfasst am: Do Dez 03, 2009 10:48 pm    Titel: Re: Frequenzen beim Rauschen Antworten mit Zitat

Hier kommt hoffentlich die Erleuchtung.
Während die Sprach-Grundfrequenz bei einem Mann bei 130 Hz (c0) liegen kann und bei einer Frau fast eine Oktave höher etwa bei 240 Hz (b0, h0) zu finden ist, liefert eine Stimmgabel mit dem Kammerton a' eine einzige Frequenz von 440 Hz. Dagegen ist Rauschen nicht nur eine Frequenz, sondern ein breites Band von Frequenzen (ein Frequenzband), das - wenn es im Frequenzbereich zwischen 20 Hz und 20 kHz liegt - von uns Menschen gehört werden kann. Hier ist das breitbandige veränderliche Rauschen eines Wasserkochers (kalt warm und kochend).



Es gibt also auch rauschähnliche Laute zwischen 6000 Hz und 10000 Hz, wobei der Frequenzschwerpunkt bei 8000 Hz liegen kann.
Siehe hier das Phonem "TZ". Das ist genau der genannte "Rauschfall".



Viele Grüße ebs
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Rapante
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BeitragVerfasst am: Fr Dez 04, 2009 1:08 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ok, danke schonmal!

Also ein Rauschen besteht aus vielen Frequenzen gleichzeitig. Ist klar.
Aber bei einem Rauschen "schwingt" ja nix, anders als bei der Stimmgabel oder den Stimmbändern, bei denen mir klar ist, warum sie eine Frequenz erzeugen.

Wie kann dann ein Rauschen eine Frequenz erzeugen, wenn dabei gar nix schwingt?

Was heißt es, wenn ein Wasserkocher in so vielen Frequenzen gleichzeitig Amplitude hat, schwingen da die Luftmoleküle gleichzeitig 8000 mal und 2000 mal, 14000 mal usw. - oder schwingt halt jedes Luftmolekül anders und es gibt deshalb so ein breites Frequenzband?
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Ebs1



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BeitragVerfasst am: Fr Dez 04, 2009 1:44 pm    Titel: Breitbandiges Rauschen Antworten mit Zitat

Rapante hat Folgendes geschrieben:
Wie kann dann ein Rauschen eine Frequenz erzeugen, wenn dabei gar nix schwingt? Was heißt es, wenn ein Wasserkocher in so vielen Frequenzen gleichzeitig Amplitude hat, schwingen da die Luftmoleküle gleichzeitig 8000 mal und 2000 mal, 14000 mal usw. - oder schwingt halt jedes Luftmolekül anders und es gibt deshalb so ein breites Frequenzband?

Sinustöne gibt es in der Natur nicht; sie sind menschengemacht. Solch ein reiner Sinuston ist bei einem "Frequenzgang" - das ist die Abghängigkeit einer Amplitude oder eines Pegels (y-Achse) von der Frequenz (x-Achse) - ein einsamer Strich in der Landschaft.
Alle Geräusche und auch Töne sind aus vielen Amplituden-"Strichen" zusammengesetzt; bei jeder einzelnen Frequenz einer. Es gibt somit immer ein unterschiedliches Gemisch aus vielen Frequenzen. Zu Natur-Tönen siehe:
Berechnen der Harmonischen bzw. der Obertöne aus der Grundfrequenz in Hz:
http://www.sengpielaudio.com/Rechner-harmonische.htm

Oft wird anstatt der vielen Spektrallinien nur die Linie der Spitzen verbunden und als Hüllkurve eines Frequenzspektrums gezeichnet.

Viele Grüße ebs

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Rapante
Gast





BeitragVerfasst am: Fr Dez 04, 2009 4:10 pm    Titel: Antworten mit Zitat

ok, danke!

Ich kenne Amplituden-Frequenzspektren.

Mich verwirrt nur das Wort "Frequenz" - welches ja eigentlich heisst "Schwingungen pro Sekunde", aber was schwingt bei einem Geräusch dann, welches so viele verschiedene Frequenzen, also so viele verschiedene Schwingungen pro Sekunde (seien sie auch nicht periodisch) hat?
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Ebs1



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BeitragVerfasst am: Fr Dez 04, 2009 8:04 pm    Titel: Reinhard Mey "Über den Wolken" und das Rauschen Antworten mit Zitat

Rapante hat Folgendes geschrieben:
Ich kenne Amplituden-Frequenzspektren. Mich verwirrt nur das Wort "Frequenz" - welches ja eigentlich heisst "Schwingungen pro Sekunde", aber was schwingt bei einem Geräusch dann, welches so viele verschiedene Frequenzen, also so viele verschiedene Schwingungen pro Sekunde (seien sie auch nicht periodisch) hat?

Stelle dir ein Klavier vor. Das hat üblicherweise 88 Tasten. Jetzt legst du dich mit beiden Unterarmen auf die Tasten und versuchst alle schwarzen und weißen Tasten zusammen anzuschlagen. Noch besser geht das mit einer Orgel, dabei hält das Geräusch so lange an, wie die Arme auf den Tasten liegen. Alle diese Frequenzen der Töne - das sind alles verschiedene Schwingungen pro Sekunde - schwingen unabhängig voneinander und gleichzeitig und erzeugen so etwas wie eine Rausch-Art. Siehe auch in Wikipedia unter "Rauschen":
http://de.wikipedia.org/wiki/Rauschen_%28Physik%29
"Unter Rauschen versteht man eine Störgröße mit breitem unspezifischem Frequenzspektrum. Es kann als eine Überlagerung vieler Schwingungen oder Wellen mit unterschiedlicher Amplitude und Frequenz interpretiert werden."
Ist es jetzt etwas klarer?

Viele Grüße ebs
http://www.sengpielaudio.com

PS: Ich habe die Tonaufnahme des Titels von Reinhard Mey "Über den Wolken" gemacht. Dabei ist am Anfang und Ende des Liedes ein Flugzeuggeräusch zu hören. Das wurde von einem Musiker mit einer Yamaha-Orgel erzeugt, wobei mehr oder weniger fast alle Tasten zusammen gedrückt wurden. Das ist musikalischer Phantasie-Flugzeug-Lärm. Da schwingen (!) fröhlich viele einzelne Frequenzen unabhängig voneinander zusammen und bilden eine feine Art von veränderlichem Rauschen, Zischen und Brummen - eben so etwas wie ein phantasievolles Flugzeuggeräusch.

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Rapante
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BeitragVerfasst am: Sa Dez 05, 2009 2:58 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Jetzt hab ichs!
Tausend Dank!
Der Groschen ist gefallen Very Happy

Alles erklärt sich am Besten in der Musik Wink
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