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stromdurchflossener Leiter im Magnetfeld


 
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Physik [Elektrotechnik] Hochspannungstransformator :: kapazität von kondensatoren  
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Frank



Anmeldedatum: 06.05.2009
Beiträge: 597

BeitragVerfasst am: Mo Apr 26, 2010 8:34 am    Titel: stromdurchflossener Leiter im Magnetfeld Antworten mit Zitat

@Isi1, GvC, Fritz, alle anderen.....
Jetzt habe ich mal Fragen an die elektrische Fraktion.

Folgender Aufbau sei vorgegeben:

Variante1
An den Enden eines geraden Leiterstückes befinden sich jeweils eine Kondensatorplatte. Diese Platten seien unterschiedlich gepolt (also 1x+ und einmal -) gleichstark aufgeladen.
In der Mitte des Leiterstückes ist ein Schalter. Das ganze befindet sich komplett mit den Kondensatorplatten innerhalb eines homogenen Magnetfeldes.
Der Leiter verläuft senkrecht zu den Feldlinien.

Welche Kraft wirkt beim Schließen des Schalters und nachfolgendem Ladungsausgleich auf das komplette Leiterstück?


Variante 2.
Wie Variante 1, jedoch ist der Leiter zu einem fast vollständigen Kreis gebogen. Die Magnetfeldlinien schneiden die Kreisfläche senkrecht.
Die Kondensatorplatten stehen sich nun nur mit einem kleinem Spalt gegenüber.
Welche Kraft würde hier beim Ladungsausgleich wirken?


Mir geht es vorerst nicht um die Beträge der Kräfte, sondern ob überhaupt eine resultierende Kraft wirkt und in welche Richtung sie wirkt (parallel oder senkrecht zu den Feldlinien).

(Auftretende elektr. Schwingungen sollen nicht betrachtet werden. Der elektr. Widerstand dämpft z.B. das System entsprechend.)

Ich habe bereits (begründete) Vermutungen, möchte aber gern Euere unvoreingenommenen Meinungen hören.

_________________
MfG. Frank
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GvC



Anmeldedatum: 22.02.2009
Beiträge: 1362

BeitragVerfasst am: Mo Apr 26, 2010 9:06 am    Titel: Antworten mit Zitat

Lorentzkraft wirkt immer senkrecht zur Bewegungsrichtung der Ladungsträger und senkrecht zur Magnetfeldrichtung.
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Frank



Anmeldedatum: 06.05.2009
Beiträge: 597

BeitragVerfasst am: Mo Apr 26, 2010 9:14 am    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Lorentzkraft wirkt immer senkrecht zur Bewegungsrichtung der Ladungsträger und senkrecht zur Magnetfeldrichtung.


Das ist mir schon klar. Aber was bedeutet dies nun für die obigen Beispiele und wirkt denn immer nur allein die Lorenzkraft?

_________________
MfG. Frank
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GvC



Anmeldedatum: 22.02.2009
Beiträge: 1362

BeitragVerfasst am: Mo Apr 26, 2010 9:30 am    Titel: Antworten mit Zitat

Frank hat Folgendes geschrieben:
Mir geht es vorerst nicht um die Beträge der Kräfte, sondern ob überhaupt eine resultierende Kraft wirkt und in welche Richtung sie wirkt (parallel oder senkrecht zu den Feldlinien).


Diese Frage hattest Du gestellt, und die hatte ich Dir beantwortet. Beim Ladungsausgleich fließt ein Strom (abklingende e-Funktion), auf den infolge des Magnetfeldes eine Lorentzkraft wirkt.

Im Übrigen kann ich mir nicht vorstellen, wie an den Enden eines geraden Leiterstückes die Kondensatorplatten sitzen. Insbesondere fällt mir die Vorstellung schwer, wie das aussieht, wenn das gerade Leiterstück durch eine kreisförmige Verbindung ersetzt wird. Kannst Du da mal eine Skizze bereitstellen? Das wäre wichtig, um auch die zusätzliche Lorentzkraft aufgrund des Magnetfeldes des fließenden Stromes zu bestimmen. Denn auf eine geschlossene stromdurchflossene Leiterschleife wirkt auch ohne äußeres Magnetfeld immer eine Kraft, die die Leiterschleife aufzuweiten versucht.
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Frank



Anmeldedatum: 06.05.2009
Beiträge: 597

BeitragVerfasst am: Mo Apr 26, 2010 10:02 am    Titel: Antworten mit Zitat

Mal bitte hier aufs Vorschaubild klicken.



@GvC
Danke für die schnellen Antworten.
Ich hoffe man kann sich das nun vorstellen.


Zitat:
Denn auf eine geschlossene stromdurchflossene Leiterschleife wirkt auch ohne äußeres Magnetfeld immer eine Kraft, die die Leiterschleife aufzuweiten versucht.


Die Leiter seien in sich starr, die resultierende Kraft dieser Komponente würde zu Null.

Zitat:
Mir geht es vorerst nicht um die Beträge der Kräfte, sondern ob überhaupt eine resultierende Kraft wirkt und in welche Richtung sie wirkt (parallel oder senkrecht zu den Feldlinien).

D.h. würde der Leiter in Bewegung versetzt (quer oder parallel zu den Feldlinien) und gibt es dabei einen Unterschied zwischen Variante1 und Variante2?

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MfG. Frank
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GvC



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Beiträge: 1362

BeitragVerfasst am: Mo Apr 26, 2010 10:16 am    Titel: Antworten mit Zitat

Aha, jetzt ist es klarer. Im ersten Fall (gerade Verbindung) ergibt sich eine Lorentzkraft nach vorne. Im zweiten Fall ("kreis"förmige Verbindung) kommt es noch darauf an, ob die Verbindung "obenrum" oder "hintenrum" erfolgt, ob also die gebildete Leiterschleifenfläche senkrecht oder parallel zum Magnetfeld liegt. In jedem Fall ist die Summe aller Kräfte Null. Dennoch lässt sich sagen, dass der Kraftanteil infolge des äußeren Magnetfeldes die Leiterschleifenfläche zu verkleinern versucht, die Kraft infolge des Magnetfeldes des in der Leiterschleife fließenden Stromes sie zu vergrößern versucht.
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Frank



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BeitragVerfasst am: Mo Apr 26, 2010 10:35 am    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Im ersten Fall (gerade Verbindung) ergibt sich eine Lorentzkraft nach vorne.

Genau da bin ich mir nicht sicher. Zwischen den Kondensatorplatten fließt ja auch der Verschiebungsstrom innerhalb des Magnetfeldes, für den doch die gleichen Gesetze gelten sollen, wie für den Leiterstrom. D.h. es müsste eine Lorenzkraft durch den Verschiebungsstrom geben, die der Lorenzkraft auf den Leiterstrom entgegengesetzt ist und damit die resultierende Kraft gleich Null sein.


Zitat:
Im zweiten Fall ("kreis"förmige Verbindung) kommt es noch darauf an, ob die Verbindung "obenrum" oder "hintenrum" erfolgt, ob also die gebildete Leiterschleifenfläche senkrecht oder parallel zum Magnetfeld liegt.

Ich meinte hintenrum., siehe:
Zitat:
Die Magnetfeldlinien schneiden die Kreisfläche senkrecht.

Ist aber zugegebenermaßen auf der Skizze schlecht dargestellt.


Zitat:
In jedem Fall ist die Summe aller Kräfte Null.


Da bin ich anderer Meinung. Die Leiterschleife bildet in Variante 2 doch eine Spule (mit einer Windung). Das Magnetfeld dieser stromdurchflossenen Spule wirkt dem äußeren Magnetfeld entgegen, (oder verstärkt dieses je nach Stromrichtung). Damit sollte es eine resultierende Kraft auf die Leiterschleife parallel zu den Feldlinien geben.


Meiner Meinung nach gibt es auf Variante 1 keine resultierende Kraft und in Variante 2 eine Kraft parallel zum Magnetfeld.
Oder habe ich einen Denkfehler gemacht?

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MfG. Frank
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isi1
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BeitragVerfasst am: Mo Apr 26, 2010 3:23 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Frank hat Folgendes geschrieben:
GvC hat Folgendes geschrieben:
In jedem Fall ist die Summe aller Kräfte Null.

Da bin ich anderer Meinung. Die Leiterschleife bildet in Variante 2 doch eine Spule (mit einer Windung). Das Magnetfeld dieser stromdurchflossenen Spule wirkt dem äußeren Magnetfeld entgegen, (oder verstärkt dieses je nach Stromrichtung). Damit sollte es eine resultierende Kraft auf die Leiterschleife parallel zu den Feldlinien geben.

Meiner Meinung nach gibt es auf Variante 1 keine resultierende Kraft und in Variante 2 eine Kraft parallel zum Magnetfeld.
Oder habe ich einen Denkfehler gemacht?
Vielleicht ergänzend zu GvCs Ausführungen:

Der Stromkreis ist in beiden Fällen geschlossen:
Im Fall 1 wird zwar der Leiter senkrecht zu dem Magnetfeld ausgelekt, eine gleich große Kraft wirkt aber auf die Leiterplatten durch die elektrischen Feldlinien. Das war doch Maxwells große Erfindung, dass mit den elektrischen Feldlinien ein 'Verschiebungsstrom' fließt,
Verschiebungsstromdichte i(t) = 'elektrische Verschiebungsdichte D=ε*E' nach der Zeit abgeleitet.
D.h. die Kräfte auf die Kondensatorplatten heben sich auf.

Im 2. Fall wird die Leiterschleife versuchen, sich auszuweiten und
senkrecht zum Magnetfeld zu stellen. Auch hier werden die (kurzen)
Feldlinien des elektrischen Feldes im Kondensator sich nach außen
verbiegen.

@Frank: Im Fall 2 kannst Du die Kraftsymmetrie natürlich aufheben,
wenn Du die Rückleitung der Leiterschleife aus dem Magnetfeld heraus nimmst.

Hinzuzufügen wäre noch, dass bei gleicher Ladung Q im 1. Fall deutlich mehr Energie umgesetzt wird, denn die Energie ist proportional zum Volumen zwischen den Platten.

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Zuletzt bearbeitet von isi1 am Mo Apr 26, 2010 4:36 pm, insgesamt 2-mal bearbeitet
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Frank



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BeitragVerfasst am: Mo Apr 26, 2010 3:34 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Im Fall 1 wird zwar der Leiter senkrecht zu dem Magnetfeld ausgelekt, eine gleich große Kraft wirkt aber auf die Leiterplatten durch die elektrischen Feldlinien. ......
...D.h. D versucht mit dem Leiter wieder einen Kreis zu bilden, die Kräfte aud die Kondensatorplatten heben sich auf.


So war auch meine Vermutung.
Danke für die Antwort.


Würde sich am Kräftegleichgewicht etwas ändern, wenn man den geraden Leiter jeweils bis über das M-Feld hinaus verlängert und damit die Platten nicht mehr dem M-Feld ausgesetzt sind?
Der Verschiebungsstrom würde ja dann auf seinem Weg nur noch streckenweise durch das M-Feld gehen.

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isi1
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BeitragVerfasst am: Mo Apr 26, 2010 4:28 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Wie GvC schon sagte:
GvC hat Folgendes geschrieben:
Lorentzkraft wirkt immer senkrecht zur Bewegungsrichtung der Ladungsträger und senkrecht zur Magnetfeldrichtung.
Der Kreis der Leiterschleife entsteht bereits durch den eigenen Strom (wie Du oben schon andeutetest. Die Kraft durch das fremde Magnetfeld wirkt zusätzlich.
Insofern muss ich obigen Beitrag geringfügig abändern. Wink

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GvC



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BeitragVerfasst am: Mo Apr 26, 2010 5:49 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ich will jetzt nicht die ganze bisherige Diskussion nochmal zitieren. Zusammenfassend Folgendes: In der Tat ist auch bei der "geraden" Verbindung eine Kraft auf den Verschiebungsstrom zu berücksichtigen, der ja auf den Platten "verankert" ist. Wir haben auch hier einen geschlossenen Stromkreis (eine geschlossene "Leiterschleife"), auf den die Gesamtkraft Null ist. Besonders deutlich wird das bei den "kreisförmig" verbundenen Platten. Zwar wirkt an jeder Stelle der Leiterschleife ein Kraftanteil nach außen (infolge des Magnetfeldes des fließenden Stromes) und einer nach innen (infolge des äußeren Magnetfeldes), wobei beide Anteile sich an der jeweiligen Stelle nur zufällig aufheben könnten, wenn nämlich das äußere Magnetfeld eine entsprechende Stärke hat. Die Gesamtkraft auf die gesamte Leiterschleife ist aber in jedem Falle Null, da sich sowohl alle nach außen wirkenden Kraftanteile aufheben, wie auch die nach innen wirkenden Kraftanteile sich gegenseitig aufheben. Der Unterschied zwischen der Verbindung "hintenrum" und "obenrum" besteht darin, dass in ersterem Fall auch auf die nach hinten verlaufenden Leiterteile jeweils eine Kraft wirkt (auf den linken Teil eine Kraft nach rechts, auf den rechten Teil eine gleich große Kraft nach links), während bei letzterem Fall (Verbindung "obenrum", also die nach oben führenden Leiterteile parallel zum Magnetfeld) keine Kraft infolge des äußeren Magnetfeldes wirkt. In der Summe sind alle Kräfte wiederum Null. Unabhängig von der Leiterführung wirkt aber immer eine Kraft nach außen infolge des Magnetfeldes des fließenden Stromes. In der Summe heben sich aber auch diese Kräfte auf die gesamte Leiterschleife auf. Interessant wird es erst, wenn das äußere Magnetfeld inhomogen ist. Dann heben sich die dadurch verursachten Lorentzkräfte in den einzelnen Leiterabschnitten nicht mehr auf, und die Leiterschleife setzt sich in Bewegung (sofern sie nicht durch eine weitere äußere Kraft festgehalten wird).
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Frank



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BeitragVerfasst am: Mo Apr 26, 2010 8:18 pm    Titel: Antworten mit Zitat

@GvC und Isi1

Erst mal vielen Dank für die Antworten.

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MfG. Frank
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