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Kraft auf einer Grenzfläche

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400V zwischen zwei Außenleitern (Phasen)? :: wechselstrom komplexer Widerstand  
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Molekühl



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BeitragVerfasst am: So Mai 16, 2010 2:25 pm    Titel: Kraft auf einer Grenzfläche Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

ich sitze an einer Aufgabe, wo ich nicht ganz weiter weiß.

Ich habe einen Kugelkondensator mit Innenradius R und Außenradius 3R. An dem Querschnitt liegt eine Spannung von 94,8 kV. Der Raum zwischen den Elektroden ist zur Hälfte mit Luft gefüllt [; \epsilon_0 ;] und zur Hälfte mit einem Dielktrium mit [; 3\epsilon_0 ;].
Jetzt möchte ich den Betrag der Kraft [; \vec{F} ;] auf die Grenzfläche zwischen Dielektrium und Luft berechnen.
http://www.bilder-upload.eu/show.php?file=OWm5ZidtGjPVq3j.jpg

Mein 1. Ansatz wäre, dass ich erstmal die Kapazität berechne:
[; C_1=2\pi\epsilon_0\frac{3R^2}{2R} ;]
[; C_2=6\pi\epsilon_0\frac{3R^2}{2R} ;]
Woran sehe ich nun, ob diese beiden Kapazitäten parallel zueinander liegen? Wenn es der Fall wäre, könnte ich C1 und C2 einfach zusammen addieren.

Jetzt weiter zu meinen Überlegungen. Um die Kraft zu berechnen, muss ich ja erst mal die Energie berechnen, also:
[; W=\frac{1}{2}CU^2 ;]
Da könnte ich die Werte einsetzen und komme zur folgenden Formel:
[; F=-\frac{dWe}{ds}+\frac{dWue}{ds} ;]
dWü steht hier für die Eintragung weiterer Energien. Hab ich das in dem Fall auch, weil eine Spannungsquelle angeschlossen ist?

Sind meine Überlegungen bis hierhin so einigermaßen in Ordnung?
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isi1
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BeitragVerfasst am: So Mai 16, 2010 4:27 pm    Titel: Antworten mit Zitat

So ganz verstehe ich noch nicht ganz, auf welchem Weg Du das berechnen willst, Molekühl.
Aber wahrscheinlich gehts schon irgendwie so.

Ich würde von der Kreisringfläche A ausgehen, an der Du ja die Kraft F bestimmen willst und von der Energie W, genauer dem Unterschied der Energiedichte Δw.
Und zwar so: F = dW/ds ....dW = 2πr*Δw(r) dr ds
F = 2πr*Δw(r) dr
Energiedichte in einer dünnen Schicht Δw(r) = ½(εr-1) ε0 E(r)²
U = E(r) dr .... von R bis 3R
E(r) = k / r² ... bei der Kugel.... k bestimmen
94,9kV = k/r² dr .....daraus k = 142,200kV * R
E(r) = 142,200kV * R/r²

F =r*Δw(r) dr = 0,5N

Stimmt das so?

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Molekühl



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BeitragVerfasst am: Mo Mai 17, 2010 9:15 am    Titel: Re: Kraft auf einer Grenzfläche Antworten mit Zitat

Molekühl hat Folgendes geschrieben:
[; F=-\frac{dWe}{ds}+\frac{dWue}{ds} ;]
Das Ergebnis stimmt. Ich habe es auf meinem Rechenweg nicht hinbekommen. Aber eine Frage hätte ich noch zur oben genannten Formel. Woher weiß ich denn, dass keine zusätzliche Energie, also Wü, dazufließt?
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isi1
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BeitragVerfasst am: Mo Mai 17, 2010 9:21 am    Titel: Antworten mit Zitat

Kenne die Bezeichnungen nicht. Was bedeuten die beiden W (We und Wue), Molekühl?

Und Du könntest erläutern, wie die beiden von s abhängen, da Du ja nach ds differenzierst.

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Molekühl



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BeitragVerfasst am: Mo Mai 17, 2010 9:28 am    Titel: Antworten mit Zitat

Die Formel wird für die virtuelle Verschiebung verwendet.
dWe steht für die Erhöhung der Feldenergie nach der Verschiebung ds.
dWü steht für die Eintragung weiterer Energien in die Bilanzhülle in Folge der Verschiebung.
isi1 hat Folgendes geschrieben:
F = dW/ds ....dW = 2πr*Δw(r) dr ds
F = 2πr*Δw(r) dr
Die Formel, die Du angewendet hast, kenne ich leider nicht, deswegen kann ich das nur schwer nachvollziehen.
Wofür steht denn das n?
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isi1
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BeitragVerfasst am: Mo Mai 17, 2010 9:42 am    Titel: Antworten mit Zitat

Molekühl hat Folgendes geschrieben:
dWü steht für die Eintragung weiterer Energien in die Bilanzhülle in Folge der Verschiebung.
Da hast Du recht, Wü ist demnach bestimmt nicht Null und die Kraft 0,5N wäre dann falsch.

Aber ehrlich gesagt, das verstehe ich physikalisch nicht, da muss ich nochmal nachdenken.
Molekühl hat Folgendes geschrieben:
isi1 hat Folgendes geschrieben:
F = dW/ds ....dW = 2πr*Δw(r) dr ds
F = 2πr*Δw(r) dr
Die Formel, die Du angewendet hast, kenne ich leider nicht, deswegen kann ich das nur schwer nachvollziehen.
Wofür steht denn das n?
Das π π soll das pi sein (siehe Fußzeile meines Beitrags).
Das Δw(r) ist die Differenz der Energiedichte bei (εr=1...3).
Die Formel dW = 2πr*Δw(r) dr ds
soll die Energie sein, die in dem Kreisring der Dicke ds und der Radiusdifferenz dr und mit dem Umfang ist 2 pi r sein.
Das ds kürzt sich dann raus, es bleibt F = 2πr*Δw(r) dr

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Molekühl



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BeitragVerfasst am: Mo Mai 17, 2010 10:04 am    Titel: Re: Kraft auf einer Grenzfläche Antworten mit Zitat

Dein Ergebnis ist richtig, nur glaube ich, dass das auch nach meinem Weg berechnet werden kann. Weil so, wie Du mir das erklärt hast, hatten wir das nicht.

Also ersteinmal habe ich die Kapazitäten der beiden Kugelkondensatoren berechnet.
[; C_1=2\pi\epsilon_0\frac{3R^2}{2R} ;]
[; C_2=6\pi\epsilon_0\frac{3R^2}{2R} ;]
Mit der folgenden Formel kann ich die Energie berechnet:
[; W=\frac{1}{2}CU^2 ;]
[; W=\frac{1}{2}8*\pi\epsilon_0\frac{3R^2}{2R}*94,8kV^2 ;]
Da könnte ich die Werte einsetzen und komme zur folgenden Formel:
[; F=-\frac{dWe}{ds}+\frac{dWue}{ds} ;]
Jetzt habe ich nur dWe genommen und integriere von 1R nach 3R.
Wenn ich das alles ausrechne, komme ich aber nicht auf die 0,5N, die da herauskommen müssen. Weißt Du, wo mein Fehler liegen könnte?
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BeitragVerfasst am: Mo Mai 17, 2010 10:21 am    Titel: Re: Kraft auf einer Grenzfläche Antworten mit Zitat

Molekühl hat Folgendes geschrieben:
Dein Ergebnis ist richtig, nur glaube ich, dass das auch nach meinem Weg berechnet werden kann.
Ganz sicher, Molekühl, es führen viele Wege nach Rom.
Molekühl hat Folgendes geschrieben:
Jetzt habe ich nur dWe genommen und integriere von 1R nach 3R.
Wenn ich das alles ausrechne, komme ich aber nicht auf die 0,5N, die da herauskommen müssen. Weißt Du, wo mein Fehler liegen könnte?
Zeige mir das doch bitte.

M.E. müsste man eine Formel aufstellen C = Fkt(s), sonst kann man nicht dW/ds bilden.

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BeitragVerfasst am: Mo Mai 17, 2010 10:24 am    Titel: Antworten mit Zitat

Physikalisch scheint mir das komplizierter, da die Feldlinien aus der Luft in das Dielektrikum hinen gezogen werden.
Unsere Berechnungen sind also jedenfalls nur Näherungen.

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BeitragVerfasst am: Mo Mai 17, 2010 10:44 am    Titel: Antworten mit Zitat

Jetzt habe ich das verstanden:
Die Frage ist (bei meiner Berechnung):
Was ist die erzeugende Größe für die Kraft?
Antwort die Feldstärke E.
Frage: Wie stark ändert sich die elektrische Feldstärke E, abhängig von der Verrückung ds
Antwort: Da sich die Spannung U nicht ändert, ändert sich auch das E nicht.
Deshalb ist Wü = 0

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BeitragVerfasst am: Mo Mai 17, 2010 11:29 am    Titel: Antworten mit Zitat

Molekühl hat Folgendes geschrieben:
Dein Ergebnis ist richtig, nur glaube ich, dass das auch nach meinem Weg berechnet werden kann.
Jetzt ist mir vielleicht eine Lösung hierfür eingefallen: Wir schneiden an der Grenzfläche einfach eine sehr dünne Scheibe heraus, berechnen deren Kapazität (Zylinderkondensator der winzigen Länge s) und füllen diesen dünnen Kondensator einmal mit Luft und einmal mit Dielektrikum.

[; C_{ges} = C_1 + C_2 + C_s ;]
[; C_1=3\pi\epsilon_0 R ;] und [; C_2=3 C_1 ;]
[; C_s= 2\pi \varepsilon_0\varepsilon_r \frac{s}{\ln{\frac{3R}{R}}} ;]
Jetzt zur Kraft:
[; W = \frac{1}{2}C_{ges} U^2 ;] und [; F = \frac{dW}{ds} ;]
....eingesetzt

[; F = 0,228N*\Delta\epsilon_r = 0,46N ;]

Habe ich mich vertippt? Bitte nachrechnen.

Edit isi1: Diese Rechnung ist Mist, denn die Verteilung der elektrischen Feldstärke ist beim Zylinder E ~ 1/r anders als bei der Kugel E ~ 1/r²

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Zuletzt bearbeitet von isi1 am Mo Mai 17, 2010 12:57 pm, insgesamt einmal bearbeitet
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BeitragVerfasst am: Mo Mai 17, 2010 11:53 am    Titel: Antworten mit Zitat

Aber es handelt sich doch um einen Kugelkondesator, jedoch hast Du die Kapazität vom Zylinderkondensator verwendet. Ist das nicht falsch?
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isi1
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BeitragVerfasst am: Mo Mai 17, 2010 12:56 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Molekühl hat Folgendes geschrieben:
Aber es handelt sich doch um einen Kugelkondesator, jedoch hast Du die Kapazität vom Zylinderkondensator verwendet. Ist das nicht falsch?
Die sehr kurze herausgeschnittene Scheibe dachte ich als Zylinder, aber genau, Du hast es gefunden, Molekühl, das ist der Fehler, die Verteilung der elektrischen Feldstärke ist beim Zylinder E ~ 1/r anders als bei der Kugel E ~ 1/r².

Die zweite Rechnung ist somit Blödsinn.

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Molekühl



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BeitragVerfasst am: Mo Mai 17, 2010 1:12 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Was ich glaube noch herausgefunden habe, ist das man dWü doch berücksichtigen muss, da die Spannungsquelle elektrische Energie abgibt.
Von daher:
dWü=UdQ
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BeitragVerfasst am: Mo Mai 17, 2010 1:16 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Richtig, Molekühl, und das ist genau unsere Energie dW, die frei wird, wenn F um die Verrückung ds geschoben wird. dW = F * ds

Das ändert natürlich unsere Kraft F nicht, sondern es ist die Ursache.

Ich stelle mir das so vor, dass die Feldlinien in das Dielektrikum hineingezogen werden, die Feldlinien (auch Kraftlinien genannt) wollen sich verkürzen - das zieht die Grenze in Richtung Luft. Smile

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