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Beweglicher ferromagnetischer Kern in einer Spule


 
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Geschwindigkeit des Ion!!! :: Leistung/Schaltung  
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Kay



Anmeldedatum: 10.08.2010
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: Di Aug 10, 2010 2:38 pm    Titel: Beweglicher ferromagnetischer Kern in einer Spule Antworten mit Zitat

Hallo,

ich bin Informatiker mit ein paar rudimentären Kenntnissen in Elektrotechnik. Letztere reichen leider nicht aus um mir folgende Frage zu beantworten:

Wie wird ein im Innern einer Spule in Längsrichtung der Spule frei beweglicher ferromagnetischen (z.B. Eisen) Kern ausgelenkt, wenn die Spule mit Wechselstrom versorgt wird?
Es handelt sich genau genommen um die Spule einer Schwingkolbenpumpe (oder Vibrationspumpe) so wie sie in Kaffeeautomaten eingesetzt werden. Als Kern der Spule dient dabei der Pumpkolben. Dieser Kern ist etwa halb so lang wie die Spule, aber im Durchmesser passgenau zum Innendurchmesser der Spule. Der Kern kann sich dabei nur im Innern der Spule bewegen.
Normalerweise wird bei einer solchen Spule nur eine der beiden Netzhalbwellen der Versorgungspannung zur Auslenkung in eine Richtung (z.B. die Ansaugrichtung) genutzt. Die andere Netzhalbwelle wird mittels einer vorgeschalteten Diode gesperrt, so dass eine am Kolben befestigte Rückstellfeder den Kolben wieder in die entgegengesetzte Richtung befördern kann. Was passiert, wenn man die Diode weglässt?
Mir ist klar wie die Anziehung zw. Magnet und ferromagnetischem Körper funktioniert, wenn beide von einander räumlich getrennt sind, wie z.B. bei einem Dauermagneten und dem Kühlschrankgehäuse Wink Da spielt es keine Rolle ob sich die Polung des Magneten ändert. Der ferromagnetische Körper wird immer angezogen, da sich seine Polung entsprechend mit ändert. Was passiert aber, wenn der ferromagnetische Körper sich im Innern eines homogenen magnetischen Feldes befindet (eben im Inneren der besagten Spule)? Was passiert insbesondere, wenn sich die Polung der Spule aufgrund einer Wechselspannungsversorgung immer wieder ändert? Wohin bewegt sich der Körper, bzw. der Kolben?

Ich hoffe jemand kann mir etwas auf die Sprünge helfen. Schon mal vielen Dank im Voraus.

VG,

kay.
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Frank



Anmeldedatum: 06.05.2009
Beiträge: 597

BeitragVerfasst am: Di Aug 10, 2010 3:52 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Es hängt davon ab, ob das System in Resonanz gearbeitet hat (wovon ich ausgehe). Dabei ist die Anregungsfrequenz (Frequenz der Halbwellen) gleich der Eigenfrequenz des Feder-Massesystems.

Vermutlich würde dann einerseits die Frequenz des Kolbens verdoppelt, was dann andererseits nicht mehr zum Feder-Masse-Schwingsystem passt. Damit würden die Ausschläge (bei doppelter Frequenz) wohl viel geringer ausfallen, der Kolben also fast stehenbleiben.


Durch das nun anliegende magnet. Wechselfeld und die höhere Frequenz würden vermutlich auch die Magnetisierungsverluste steigen und damit der Kolben stärker erwärmt.

Zitat:
Was passiert aber, wenn der ferromagnetische Körper sich im Innern eines homogenen magnetischen Feldes befindet (eben im Inneren der besagten Spule)? Was passiert insbesondere, wenn sich die Polung der Spule aufgrund einer Wechselspannungsversorgung immer wieder ändert? Wohin bewegt sich der Körper, bzw. der Kolben?

Der Kolben befindet sich auf Grund der Federkraft, ohne Strom in der Spule, nicht mittig in der Spule. Erst durch den Strom wird der Kolben mittig in die Spule gezogen und dabei die Feder gespannt.
Wäre der Kolben von vornherein in der Mitte und keine anderen Kräfte (Federkraft, Schwerkraft) im Spiel, so würde er durch den Wechselstrom in der Spule seine Position wohl nicht verändern.

_________________
MfG. Frank
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Fritz



Anmeldedatum: 12.07.2009
Beiträge: 1406

BeitragVerfasst am: Di Aug 10, 2010 9:56 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Wie Frank schon sagte: der Eisenkern wird durch Strom in der Spule (egal welche Polarität) zur Mitte gezogen. Soo homogen ist das Feld dieser Spule nämlich nicht.

Das da eine Diode drin ist kann ich mir nicht vorstellen. Das würde ja zu einem Gleichstromanteil in der Spule führen was den Kern in die Sättigung treiben würde was wiederum die Kraftwirkung stark vermindern würde.

Bist du sicher dass das ein Diode ist?

Warum willst du deine Kaffeemaschine hacken Wink ?

mfg Fritz
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Frank



Anmeldedatum: 06.05.2009
Beiträge: 597

BeitragVerfasst am: Mi Aug 11, 2010 6:32 am    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Das da eine Diode drin ist kann ich mir nicht vorstellen. Das würde ja zu einem Gleichstromanteil in der Spule führen


Das kann ich mir schon vorstellen, weil damit ein gepulster Gleichstrom erzeugt wird, der durch die Pausen dem Kolben-Federsystem Zeit lässt, zu reagieren,d.h. sich zu bewegen.

_________________
MfG. Frank
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Kay



Anmeldedatum: 10.08.2010
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: Mi Aug 11, 2010 10:28 am    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Fritz, hallo Frank,

erstmal herzlichen Dank für die schnellen und hilfreichen Antworten.

Fritz hat Folgendes geschrieben:
Wie Frank schon sagte: der Eisenkern wird durch Strom in der Spule (egal welche Polarität) zur Mitte gezogen. Soo homogen ist das Feld dieser Spule nämlich nicht.


Damit hat sich das bestätigt, was mir inzwischen ein theoretischer Physiker gesagt hatte. Leider fehlt mir ein anschauliches Verständnis von diesem Phänomen, d.h. von der Tatsache, dass der ferromagnetische Kolben in die Mitte der Spule gezogen wird. Ich weiß, dass das Ganze auf der elektromagnetischen Wechselwirkung geladener Teilchen basiert, das das Magnetfeld der Spule durch die Kraft auf bewegte Ladungen (Lorenzkraft) gebildet wird und das sich dieses Phänomen mit Hilfe der Relativitätstheorie widerum auf die Kraft unterschiedlich geladener Teilchen in verschiedenen Bezugssystemen zurückführen läßt (Dank meines geliebten Physikbuchs von Jay Orear Wink). Aber ich habe eben keine anschauliche Vorstellung von besagtem Problem. Es gelingt mir hier nicht, das Hilfskonstrukt zu benutzen, sich die Anziehung, insbes. die Richtung der Anziehung, mittels kleinster Elementarmagneten vorzustellen, die durch das Magnetfeld entsprechend ausgerichtet werden und dadurch eine Anziehung bzw. Abstossung verursachen. Habt Ihr vielleicht eine anschauliche Vorstellung dafür parat?


Fritz hat Folgendes geschrieben:
Bist du sicher dass das ein Diode ist?


Ja, bin ich Smile

Fritz hat Folgendes geschrieben:
Warum willst du deine Kaffeemaschine hacken Wink ?


Very Happy Ich will natürlich nicht meine Kaffemaschine hacken. Es geht eigentlich nur um die Basisfrage einer jeden "Sendung mit der Maus": wie und warum funktioniert etwas? Very Happy Und nachdem ich das Innenleben meiner Kaffemaschine jetzt kenne, habe ich mich gefragt, warum das so und nicht anders funktioniert. Naja, und da bin ich mir leider ein paar Antworten schuldig geblieben Confused

Vielen Dank nochmal,

kay.
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Fritz



Anmeldedatum: 12.07.2009
Beiträge: 1406

BeitragVerfasst am: Mi Aug 11, 2010 3:21 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:

Das kann ich mir schon vorstellen, weil damit ein gepulster Gleichstrom erzeugt wird, der durch die Pausen dem Kolben-Federsystem Zeit lässt, zu reagieren,d.h. sich zu bewegen.


Ja schon, aber die Kraft wäre ja so wie so gepulst. Aber ohne Diode hätte man eben einen schönen Sinusfömigen Kraftverlauf mit der doppelten Netzfrequenz.

Möglicherweiße ist das aber zu schnell für das mechanische System, so dass man über die Diode nur die halbe Frequenz hat.

Zitat:

...das sich dieses Phänomen mit Hilfe der Relativitätstheorie widerum auf die Kraft unterschiedlich geladener Teilchen in verschiedenen Bezugssystemen zurückführen läßt...


Da hast du dich ja ganz schön weit eingelesen, alle Achtung.

Es gibt mehrere Vorstellungsmöglichkeiten für den Magnetismus. Die einfachste ist wohl in diesem Fall die der magnetischen Energie.

Das Magnetfeld ist laut Maxwell eigentlich das B-Feld und das H-Feld. Für jeden beliebigen Magnetkreis kann man diese Felder berechnen. Die beiden Felder speichern zusammen in jedem Punkt eine gewisse Energie:

w=B*H/2

Die meißte Energie in einem Magnetkreis ist übrigens in der Luft gepeichert, nicht im Eisen, da hier B und H Feld sehr groß sind.

ändert man nun die Geometrie des Magnetkreises um ein kleines Stück in eine gewisse Richtung, lässt aber alle anderen Parameter gleich so ändert sich die magnetische Energie ein kleines bisschen.

Was passiert mit dieser Energie? Sie muss von außen kommen, für das ändern der Geometrie benötigt man nämlich eine gewisse Kraft. Zusammen mit dem zurückgelegten Weg ergibt da eine Arbeit.

Damit kann man die Kraft berechnen die man braucht um einen Magnetkreis in einer bestimmten Richtung zu verändern.

Daraus ergibt sich auch, dass jeder Magnetkreis versucht seine Energie möglichst zu minimieren d.h. die Feldlinien die in der Luft verlaufen möglichst kurz zu halten.

Man kann auch sagen Feldlinien verhalten sich wie Gummiringe, die sich gegenseitig nicht mögen. Ach ja und sie lieben Eisen.

mfg Fritz
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Kay



Anmeldedatum: 10.08.2010
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: Mi Aug 11, 2010 7:00 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Fritz,

Vielen Dank für die anschauliche Erklärung. Das bedeutet also, dass der Koben wenn Strom an die Spule gelegt wird, aus seiner durch die Kraft der Rückstellfeder bedingten 'Ruhelage' an einem Ende der Spule in Richtung Spulenmitte gezogen wird, weil dort das Magnetfeld innerhalb der Spule am energiereichsten ist und dort entsprechend durch den ferromagnetischen Körper des Kolbens etwas minimiert werden könnte. Dadurch wäre die Gesamtenergie des Magnetkreises in diesem System dann am geringsten, da außer dem beweglichen Kolbens in der Spule nichts anderes durch die Kraft des Magnetfelds verändert werden könnte um die Energie zu minimieren. Ohne Rückstellfeder würde dann die Spule mit mittig gelagertem Kolbe/Kern ein sog. stabiles System bilden, oder?

Ich werde mir auf jeden Fall nochmal die B- und H-Felder genauer anschauen Wink

Vielen Dank nochmal,

Grüsse,

kay.
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