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Transformator - Hochspannungserzeugung bei Auto-Zündung
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| Klemmspannung elektrischer Fische berechen :: Quasiperiodizität / Fouriersynthese |
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Nachricht |
soapy
Anmeldedatum: 04.11.2010 Beiträge: 3
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Verfasst am: Do Nov 04, 2010 1:08 pm Titel: Transformator - Hochspannungserzeugung bei Auto-Zündung |
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Hallihallo,
ich arbeite gerade an einer Präsentation für die Schule über die Zündanlage eines Autos.
Ich hänge gerade an der Erklärung für die Mägnetzündung:
Bei der Magnetzündung gibt es ja einen Permanentmagneten, in dem sich ein Anker dreht und so einen Wechselstrom erzeugt.
Dann ist noch der Transformator und der Unterbrecher dazugeschalten.
Wenn der Unterbrecher den Stromkreis jetzt unterbricht, und die Spannung auf 0 V ansinkt, gibt es im Transformator in der Sekundärspule einen Spannungsimpuls von ca. 12000-25000 Volt.
Und dieser Spannungsimpuls erzeugt dann den Zündblitz.
Jetzt zu meiner Frage:
Wie und warum kommt es zu diesem Spannungsimpuls und wie funktioniert das im Kleinsten?
Ich hab die Boardsuche und Google schon verwendet, aber ich komm auf kein Ergebnis!
Vielen Dank schon mal im Vorraus
soapy |
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Fritz
Anmeldedatum: 12.07.2009 Beiträge: 1484
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Verfasst am: Do Nov 04, 2010 9:41 pm Titel: |
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Hallo
So wie du das ganze erzählt hast ist das nicht ganz richtig. Eigentlich sieht die Sache so aus:
Angenommen wir haben eine Gleichspannungsquelle, zb die Batterie des Fahrzeugs oder seine Lichtmaschine, wie auch immer die ausgeführt ist.
An diese Gleichspannungsquelle wird nun eine Spule angeschlossen, Strom beginnt zu fließen.
An der Spule gilt die Beziehung: U=L*dI/dt.
Also die Spannung an der Spule ist proportional zur zeitlichen Änderung des Stromes.
Diese Formel lässt sich übrigens direkt aus dem Induktionsgesetz herleiten, dass du sicher kennst.
U=-dΦ/dt (ok, vielleicht kennst du es etwas anders)
Die induzierte Spannung ist proportional zur zeitlichen Änderung des magnetischen Flusses. Der magnetische Fluss ensteht aber direkt aus dem Strom.
Daraus folgt, dass der Strom in der Spule linear ansteigt, da die Spannung ja konstant ist. Die Spule lädt sich also mit Energie aus der Spannungsquelle auf. Die Energie ist im Stromfluss gespeichert.
Nun kommt der interessante Teil: der Stromfluss zur Spule wird unterbrochen, vom sogenannten Unterbrecherkontakt, dieser wird mechanisch über die Kurbelwelle gesteuert, man kann das aber auch mit einem Transistor machen.
Es kann also plötzlich kein Strom mehr fließen, d.h. der Strom ändert sich rapide, nämlich von einem Moment auf den anderen auf 0A. Beachten wir die Formel an der Spule: U=L*dI/dt.
Die Stromänderung an der Spule ist sehr groß, daher ist auch die Spannung an der Spule sehr groß.
Man sagt die Spule will den Strom weitertreiben, kann sie das aber nicht so wehrt sie sich dagegen in dem sie die Spannung nach oben treibt bis der Strom wieder fließt.
Das heißt aber auch dass am Schalter hohe Spannung entsteht, dies führt dazu dass ein Schaltlichtbogen entsteht und der Strom weiter fließt. Dies kann dazu führen dass der Schalter verschleist oder im Falle eines Transistors zu dessen Zerstörung führt.
Wie groß wird nun die Spannung an der Spule? Das lässt sich so schwer sagen, das kommt ganz darauf an, wie schnell der Schalter ausschaltet. (Im Falle eines Transistors kann das sehr schnell sein). Man kann dies beheben indem man parallel zum Schalter einen kleinen Kondensator vorsieht, dieser begrenzt die Stromänderung und bringt damit die Spannung auf einen definierten Wert, außerdem schützt er den Schalter.
Auf diese Weise könnte man aber maximal so viel Spannung erzeugen wie der Schalter bzw. der Transistor aushält, das ist nicht sehr viel. Deshalb kommt über die Spule eine 2. sekundäre Spule die viel mehr Windungen hat. Das nennt man dan Zündtransformator. Dadurch entsteht an der Sekundärwicklung eine Spannung die um den Übersetzungsfaktor des Transformators höher ist als auf der Primärseite.
Die Energie die also in die Primärspule hineingesteckt wurde wird im Transformator magnetisch gespeichert und wird durch öffnen des Schalters an der Sekundärseite wieder frei. Natürlich an der Zündkerze als Lichtbogen.
Die ganze Sache ist durchaus nicht trivial und erfordert viel Verständnis für den Elektromagnetismus.
Leider wird es trotzdem von verschiedenden Leuten immer wieder als sehr einfach dargestellt und teilweise durch abenteuerliche Erklärungsversuche untermauert. Diesen Leuten empfehle ich mal zu versuchen so ein Ding zu bauen, dann werden sie sehen, dass es nicht so einfach ist.
Sei also nicht enttäuscht wenn du es nicht auf Anhieb verstanden hast und frag ruhig nach.
mfg Fritz |
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soapy
Anmeldedatum: 04.11.2010 Beiträge: 3
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Verfasst am: Fr Nov 05, 2010 12:59 pm Titel: |
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Vielen Dank für die Antwort!
Davon hab ich vieles noch nicht gehört, weil wir es in der Schule noch nicht hatten. Aber ich werde mich damit beschäftigen!
Ursprünglich dachte ich zwar, dass das Thema etwas weniger in die Tiefe gehen würde, aber umso besser! Dann lern ich mehr
Die Antwort ist auf jedenfall genial um weiter damit zu arbeiten und eröffnet mir ne ganz andere Sicht auf die Dinge, wie ich sie auf anderen diversen Seiten im Internet gelesen habe.
Vielen Dank nochmal! |
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soapy
Anmeldedatum: 04.11.2010 Beiträge: 3
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Verfasst am: Mi Apr 06, 2011 5:40 pm Titel: |
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Halli hallo,
ich melde mich mal wieder zu Wort.
Ich hab mich jetzt mal an die Ausarbeitung der Präsentation gemacht.
Kann mir jemand sagen, ob ich grundsätzliche Verständnisfehler drin hab oder ob ich irgendwas überaus wichtiges vergessen hab?
| Zitat: | In der Primärspule wird ein Magnetfeld aufgebaut, indem man Strom fließen lässt.
Unterbricht der Unterbrecherkontakt den Primärstromkreis, bricht das Magnetfeld zusammen.
Der Abreisfunkt wird durch einen, dem Unterbrecherkontakt parallel geschalteten Kondensator vermieden.
Dieser Zusammenbruch des Primärstromkreises führt zu einer Selbstinduktionsspannung in der Primärspule.
Was ist Selbstinduktion?
Allgemein gilt für die Selbstinduktionsspannung: U = -L * dI/dt
d.h. Die Spannung ist bei gleicher Induktivität L umso höher, je größer die Stromstärkedifferenz in möglichst kurzer Zeit ist.
BUCH:
Die Selbstinduktionsspannung ist umso größer, je schneller sich die Stromstärke ändert.
Dadurch, dass die Stromstärkedifferenz sehr hoch (von maximal, ca. 10 A auf 0A) ist und die Zeit, in der der Stromkreis unterbrochen wird, sehr klein (deutlich unter einer Sekunde) ist, entstehen hohe Spannungen.
Jedoch reichen diese Spannungen nicht aus um einen Lichtbogen zwischen den Elektroden der Zündkerze zu erzeugen.
Hier kommt die Sekundärspule ins Spiel. Sie liegt unter der Primärspule und hat deutlich mehr Windungen.
Zusammen mit der Primärspule bildet sie einen Transformator.
Im Transformator gilt N1/N2 = U1/U2.
d.h. Die Spannung in der Sekundärspule ist um das N2/N2 -fache größer als in der Primärspule.
Man nehme z.B. die Windungszahlen N1 = 10 und N2 = 1000 an.
Die daraus folgende Umsetzung wäre 100:1. Also herrscht in der Sekundärspule das hundertfache der Spannung der Primärspule.
Dieser so erzeugte Strom fließt nun durch den Sekundärstromkreis über den Verteiler zur Zündkerze. Dort liegt zwischen den Elektroden, der Mittelelektrode und der Masseelektrode eine Potenzialdifferenz von oft mehr als 20.000 Volt vor. Das Luft-Kraftstoffgemisch wird durch diese hohe Spannungsdifferenz kurzzeitig leitend und der Strom schlägt durch. Es entsteht ein Lichtbogen, der das Treibstoffgemisch entzündet. |
Außerdem wollte ich das alles mal beispielhaft durchrechnen. Dafür brauch ich allerdings folgende Angaben für eine Zündspule:
- die felddurchsetzte Fläche A
- die Länge der Spule l
- die Anzahl der Windungen N1 in der Pimärspule und N2 in der Sekundärspule
- die Permeabilitätszahl des Spulenkerns
- die Stromstärke in der Primärspule
- die Öffnungszeit t
Kann mir jemand sagen, wo ich solche Angaben finden kann?
Auch hier schon mal vielen Dank im Vorraus
soapy |
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Fritz
Anmeldedatum: 12.07.2009 Beiträge: 1484
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Verfasst am: Fr Apr 08, 2011 12:02 pm Titel: |
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Hallo
Deine Beschreibung stimmt grundsätzlich. Allerdings gibt es einen entscheidenden Punkt auf den nicht explizit hingewiesen wurde:
Der Kondensator dient nicht nur dazu den Funken im Unterbrecher zu vermeiden sondern vor allem dazu um die Stromänderung in der Primärspule und damit die Höhe der primär induzierten Spannung eindeutig fest zu legen. Der Kondensator bildet zusammen mit der Zündspule eine Art gedämpften Schwingkreis.
Die Höhe der induzierten Spannung hängt also nicht mehr direkt von der Öffnungszeit des Unterbrechers sondern vor allem von der Größe des Kondensators ab!
Dadurch ist die induzierte Spannung immer gleich und nicht von der Drehzahl und der Tageslaune des Unterbrechers abhängig.
Außerdem: Der Transformator, also die 2. Wicklung auf der Zündspule ist nicht notwendig, weil eine Spule keine so höhe Spannung erzeugen könnte, sondern weil man dort keine all zu hohe Spannung haben will.
Die Höhe der Primärspannung wird eben vom Kondensator künstlich begrenzt bzw. festgelegt, weil die ansonsten entstehende Spannung den Unterbrecher bzw. den Transistor beschädigen bzw. zerstören könnte.
Hätte man keinen Transformator so wäre die Spannung am Unterbrecher ja genau so groß wie an der Zündkerze!
Wo bekommt man solche Daten her? k.A. Ausbauen? Messen?
mfg Fritz |
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