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Drehimpuls Frage


 
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Energieerhaltung und Feder :: Loch durch die Erde  
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princess89



Anmeldedatum: 29.01.2011
Beiträge: 1
Wohnort: offenburg

BeitragVerfasst am: So Jan 30, 2011 2:27 am    Titel: Drehimpuls Frage Antworten mit Zitat

Hallo, Leute. Ich habe eine Frage über Drehimpuls, die ich nicht lösen kann.
Also, die Frage ist :


Ein homogener Stock mit einer Länge von 1 m und einer Gesamtmasse von 300 g ist um seinen Mittelpunkt drehbar gelagert. Eine
Kugel mit einer Masse von 3 g wird in der Mitte zwischen dem Drehzapfen und dem einen Ende durch den Stock geschossen . Die Kugel besitzt zu Beginn eine Geschwindigkeit von 250 m/s und fliegt nach Durchschießen des Stocks mit 160 m/s weiter. Wie groß ist die Winkelgeschwindigkeit, mit der sich der Stock nach dem Stoß dreht?

Beachte: die Änderung des Massenträgheitsmoments des Stocks nach
dem Durchschuss soll im Rahmen dieser Berechnung vernachlässigt werden

Antwort : 2,7 m/s

Danke Smile
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Fritz



Anmeldedatum: 12.07.2009
Beiträge: 1485

BeitragVerfasst am: So Jan 30, 2011 4:07 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo

Zitat:

Wie groß ist die Winkelgeschwindigkeit, mit der sich der Stock nach dem Stoß dreht?

Zitat:

Antwort : 2,7 m/s


Die Antwort passt nicht zur Frage. m/s ist keine Einheit der Winkelgeschwindigkeit.

Berechne zunächst den Impuls der Kugel vor und nach dem Aufprall. Überlege dir was mit der Differenz wohl passiert ist.

Berechne dann das Massenträgheitsmoment des Stabes. Dafür gibt es Formeln, die findest du in deinem Buch oder in der wikipedia.

Jetzt kommt der trickreiche Teil: Hier wird nämlich ein (translatorischer) Impuls in einen Drehimpuls umgeformt, was aber auf den ersten Blick den physikalischen Gesetzen widerspricht, da sowohl der translatorische, als auch der Drehimpuls in einem abgeschlossenen System erhalten bleiben müssen!

Das System ist aber nicht abgeschlossen, da der Stab ja gelagert ist. So was machen wir jetzt? In einem nicht abgeschlossenen System können wir diese Sätze doch nicht anwenden, oder?

In diesem Fall hilft es vielleicht sich daran zu erinnern (bzw. es jetzt zu erfahren) was ein Impuls eigentlich ist. Ich für meinen Teil habe in der Schlue gelernt: "Impuls ist Masse mal Geschwindigkeit, eine vektorielle Größe, die in Richtung der Geschwindigkeit weißt. Der Impuls bleibt in einem abgeschlossenen System erhalten." Fall erledigt.

Das taugt zwar als Begriffsdefinition, erklärt aber rein gar garnichts. Erst viel später kam mir dann die Erkenntnis wie man den Impuls noch auffassen kann: Ein Impuls ist so etwas wie eine über eine gewisse Zeit wirkende Kraft. (Das Integral einer Kraft über die Zeit)

Wenn eine Masse mit einer Kraft F in der Zeit t beschleunigt wird erreicht sie die Geschwindigkeit v=F/m*t und trägt den Impuls I = v*m = F*t.

Ein Impuls ist also so etwas wie eine zeitlich verschmierte (aufsummierte) Kraft. Fährt ein Auto gegen einen Baum, so ist es sehr schwierig auszurechnen welche Kraft zu jedem Zeitpunkt auf den Baum gwirkt hat und wie lange das ganze gedauert hat, da es sehr stark von der Beschaffenheit des Baumes und des Autos abhängt usw.

Wenn man sich aber nur für die zeitliche Summe (das Integral) der Kraft interessiert so ist es leicht. Das Auto überträgt seinen gesammten Impuls m*v auf den Baum und der Baum seinerseits auf den Erdboden.

Mit Impulsen und Drehimpulsen lässt sich also genau so rechnen wie mit Kräften und Momenten in der Mechanik, wenn man sie über die Zeit verschmiert betrachtet.

Plötzlich ist alles ganz leicht: Die Kugel trifft also auf den Stab und bewirkt eine zeitlich verteilte Kraft (Impuls) auf den Stab im Radius r=0.5m. Dies bewirkt ein zeitlich verteiltes Drehmoment (Drehmoment) im Lager. Natürlich wirkt auf das Lager auch eine Kraft, (ein Impuls) aber das interessiert uns jetzt nicht.

Den Drehimpuls kannst du also ganz leicht mit Impuls mal Abstand ausrechnen. Dieser führt zu einer Drehbeschleunigung des Stabes. Der genau zeitliche Verlauf interessiert uns aber nicht und begnügen uns mit dem Ergebnis:

L=J*ω

mit den Drehimpuls L, dem Massenträgheitsmoment J und der Winkelgeschwindigkeit ω.

Jetzt habe ich dich ganz schon zu getextet Rolling Eyes Aber Verständis halte ich eben wichtiger als eine fertige Hausübung.

mfg Fritz
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Nighel123



Anmeldedatum: 17.05.2012
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: Do Mai 17, 2012 6:01 pm    Titel: Antworten mit Zitat

sehr coole Erklärung! kann man sich auch genau so logisch die letzte Gleichung L=J*w erklären? Warum ist der Drehimpuls geteilt durch die Trägheit die Winkelgeschwindigkeit. Wenn ich jetzt einen Drehimpuls hätte von einem sich schon drehenden Stab dann stimmt die Formel doch nicht mehr oder? Weil das Trägheitsmoment ist doch nur interessant wenn etwas erst in Bewegung versetzt werden muss und sich noch nicht dreht oder?

Gruß Nickel
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armchairastronaut



Anmeldedatum: 25.04.2012
Beiträge: 73
Wohnort: Kölle

BeitragVerfasst am: Fr Mai 18, 2012 2:32 pm    Titel: Antworten mit Zitat

L=J*w ist eine Definitionssache.

Das w ist das Resultat einer Winkelbeschleunigung, die wiederum die Antwort auf ein ausgeübtes Drehmoment ist.

M=J*alpha.

In der Impulsänderung der Kugel äußert sich eine während der Zeitdauer delta_t des Durchstoßens auf den Stab ausgeübten Kraft.

Während der selben Zeitspanne erfährt der Stab eine Winkelbeschleunigung aufgrund der im Abstand d vom Drehpunkt einwirkenden Kraft. Das Integral der Winkelbeschleunigung über die Zeitspanne delta_t ergibt die Winkelgeschwindigkeit und über die Verknüpfung mit dem Trägheitsmoment schließlich den Drehimpuls.

Auch in dem beschriebenen Fall betrachtest du beim Durchgang der Kugel eigentlich keine Absolutgeschwindigkeiten, sondern die Relativgeschwindigeit der Kugel zur Stange. Wenn du also auf eine sich drehende Stange zielst, ändert sich im Prinzip also überhaupt nichts, nur die Rechnung wird ein wenig komplizierter.

(Komplizierter wird es natürlich auch dann, wenn du die Stange nicht (a) im rechten Winkel zur Stange und/oder (b) im rechten Winkel zur Rotationsachse triffst.)
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