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Weltraumfahrstuhl vs. konventionelle Raumfahrttechnik


 
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Kreisbewegungen berechnen :: auftrieb in zwei medien  
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Pasch61



Anmeldedatum: 20.05.2011
Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: Fr Mai 20, 2011 5:12 pm    Titel: Weltraumfahrstuhl vs. konventionelle Raumfahrttechnik Antworten mit Zitat

Liebes Forum,

ich stehe vor einem Problem, dass ich mit meinen Physikgrundkurs-Kenntnissen nicht recht anzugehen weiß:

Ich möchte gerne den Energiebedarf konventioneller Raumfahrttechnik (bsp. Shuttle-Raketen) mit dem der Weltraumfahrstuhltechnologie hypothetisch vergleichen.

Die Frage ist: Wie viel Energie spart der Weltraumfahrstuhl bei einer Fahrt zum Geostationären Orbit?

Bis jetzt sah ich mich nur in der Lage den Energiebedarf der Rakete ohne Inbetrachtnahme von 1) sinkender Erdanziehung, 2) sinkender Raketenmasse (durch Treibstoffverbrauch) und 3) sinkender Luftwiderstand auszurechnen.
D.h. ich habe die Energie berechnet, die das Shuttle (2 mio kg) benötigt um auf Fluchtgeschwindigkeit beschleunigt zu werden. (Jedoch beträgt das Leergewicht des Shuttles nur 104t, dementsprechend halte ich den Punkt 2) für besonders kritisch.)

Kennt ihr einen Weg, den Energiebedarf der Rakete genauer zu berechnen?

Vielen Dank im Voraus
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Hausmann



Anmeldedatum: 04.11.2009
Beiträge: 637

BeitragVerfasst am: Fr Mai 20, 2011 8:55 pm    Titel: Re: Weltraumfahrstuhl vs. konventionelle Raumfahrttechnik Antworten mit Zitat

Pasch61 hat Folgendes geschrieben:
Weltraumfahrstuhltechnologie
Question
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Pasch61



Anmeldedatum: 20.05.2011
Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: Sa Mai 21, 2011 9:20 am    Titel: Antworten mit Zitat

Die Technologie steckt milde gesagt noch in den Kinderschuhen.

http://www.youtube.com/watch?v=pnwZmWoymeI&feature=related
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isi1
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Beiträge: 2165
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BeitragVerfasst am: Sa Mai 21, 2011 10:37 am    Titel: Antworten mit Zitat

Das Problem ist nur die Zugfestigkeit des Seils, an dem der Fahrstuhl nach oben fahren soll. Hätten wir ein Seil - sagen wir mit einer Reißfestigkeit von 30000km, dann wäre das eine prima Idee. Unsere besten haben nur eine Reißlänge von

[; L_\mathrm{R} = \frac{R_\mathrm{m}}{\rho \, g} = 300 \ bis\ 400 km ;]

Falls es gelingt, Kohlenstoffnanoröhren einzusetzen, käme man schon auf 5000 km oder mehr.

Damit könnte bei kegeligem Seil und unter Berücksichtigung der Zentrifugalkraft auf das Seil ein Weltraumfahrstuhl realisierbar werden.

Wieviel Energie spart man?
Die Saturn V des Wernher von Braun hatte beim Start etwa 2900 to und brachte etwa 70 to nach oben in die geostationäre Bahn.
Grob geschätzt waren 2500 to Treibstoff zu 3kWh/kg --> W= 7,5GWh = 27 TJ
Natürlich ist die Rakete hernach verloren, die kostet etwa 100Mio $

Die 70 to nach oben zu heben kostet grob gerechnet, falls man die Energie über das Seil zuführt:

[; W = 70000kg \cdot \int_{6371km}^{42157km}{\frac{G M }{r^2} }\approx 3,7 TJ ;]

Deine Frage kann man also so beantworten: Die Fahrt in den Orbit mit dem Weltraumfahrstuhl kostet etwa 1/6-tel der Energie einer Rakete. ... und man spart einen großen Teil der 100Mio $

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DrStupid



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Beiträge: 51

BeitragVerfasst am: So Mai 22, 2011 1:20 pm    Titel: Re: Weltraumfahrstuhl vs. konventionelle Raumfahrttechnik Antworten mit Zitat

Pasch61 hat Folgendes geschrieben:
Ich möchte gerne den Energiebedarf konventioneller Raumfahrttechnik (bsp. Shuttle-Raketen) mit dem der Weltraumfahrstuhltechnologie hypothetisch vergleichen.


Dazu musst Du den Energiebedarf erst einmal klar definieren. Was willst Du alles berücksichtigen (z.B. auch Baukosten?) und wie soll der Aufzug betrieben werden (z.B. Bewegung der Nutzlast entlang des Seils oder Bewegung des Seils selbst)?
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Pasch61



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Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: So Mai 22, 2011 2:25 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Die eigentliche Idee ist, dass eine Kapsel sich an dem Kabel hochzieht (WeltraumFAHRSTUHL ist deswegen ein bisschen irreführend).
Hier wird es aber besonders hypothetisch, da noch nicht im geringsten geklärt ist, wie man die Kapsel (und den Motor) mit Energie versorgt. Die NASA hat hierzu ein Wettbewerb ausgeschrieben, in der die Beam-Technologie gefördert werden soll. (Rekord bis jetzt liegt glaub ich bei 100m xD )

Meine Frage an isi1:
Auf welcher Grundlage hast du den Energiebedarf des Fahrstuhls errechnet?


Ein interressanter Aspekt wäre zusätzlich, wann sich der Bau eines Weltraumfahrstuhls amortisiert (veranschlagte Kosten laut "Leaving the Planet by Space Elevator" sind 10 Milliarden US$, samt Forschung).. So müssen ja die ersten Bauteile für den Fahrstuhl konventionell ins All gebracht werden.

Die Baukosten und der ganze restliche energetische "Fußabdruck" interessiert mich nicht. Ich möchte mich auf die Fahrt beschränken, sonst ufert die Sache zu weit aus..

Vielen Dank für die Hilfsbereitschaft!
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isi1
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Beiträge: 2165
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BeitragVerfasst am: So Mai 22, 2011 3:06 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Pasch61 hat Folgendes geschrieben:
Meine Frage an isi1:
Auf welcher Grundlage hast du den Energiebedarf des Fahrstuhls errechnet?
Ich gehe davon aus, dass das Seil den Strom zum Fahrstuhl hochleitet. Denkbar wäre natürlich auch ein Solarantrieb.

Dann ist der Energiebedarf für jedes kleine Stück dW= F(h)*dh.
F(h) errechnet sich aus der Formel für die Massenanziehung.

Alternativ könnte man rechnen:
an der Erdoberfläche ist die benötigte Kraft: F(0)=m*g
in der Höhe h ist sie geringer: F(h)=F(0)*[(6371km)/(h+6371km)]²

Ich habe integriert bis zur geostationären Bahn, da der Vergleichswert der Saturn V ebenso bis dahin geht.
Das Seil geht natürlich noch viel weiter bis zu der Masse (oder bis es genügend Masse hat), die das Seil nach unten durch die Zentrifugalkraft trägt.
Dadurch vermeide ich auch berechtigte Fragen, wie ich die Masse auf die '1. Kosmische Geschwindigkeit' bringe - geostationär stimmt die Geschwindigkeit schon.

Der Energiebedarf kann beträchtlich vermindert werden, wenn der (gleichzeitig) herunterfahrende zweite Aufzug die gewonnene potentielle Energie in in die Stromzuführung einspeist. Dann braucht man nur noch die Verluste auszugleichen (siehe Schrägaufzug mit zwei gegenläufigen Kabinen).

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Tessa2



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BeitragVerfasst am: So Mai 22, 2011 4:47 pm    Titel: Wie wird das berechnet? Antworten mit Zitat

Hier ist das Bild aus Wikipedia:



Das zweifle ich an, da die Rotationsgeschwindigkeit der tragenden Masse langsamer ist als die der Erde. Das Kabel kann also m. E. nicht senkrecht nach oben gehen sondern in einer irgendwie gekrümmten Kurve. Das Seil muss sozusagen die Masse ziehen.

Weiß jemand bitte, wie die Kurve verlaufen muss?

Noch ein Punkt wüsste ich gerne:
Ein hängendes Seil maximaler Länge sollte bei konstanter Erdbeschleunigung einen exponentiel steigenden Querschnitt haben.

Die Zentrifugalkraft und die sinkende Erdanziehung fordern sicher einen anderen Querschnittsverlauf.
Wo gibt es da bitte Berechnungen?

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Liebe Grüße, Tessa.
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isi1
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Beiträge: 2165
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BeitragVerfasst am: So Mai 22, 2011 5:01 pm    Titel: Re: Wie wird das berechnet? Antworten mit Zitat

Tessa2 hat Folgendes geschrieben:
Das zweifle ich an, da die Rotationsgeschwindigkeit der tragenden Masse langsamer ist als die der Erde. Das Kabel kann also m. E. nicht senkrecht nach oben gehen sondern in einer irgendwie gekrümmten Kurve. Das Seil muss sozusagen die Masse ziehen.
Könnte es nicht sein, Tessa,
dass sich die Masse ähnlich einem Pendel auf die Senkrechte einschwingt?

Die Querschittsangabe ist weiter unten im Wikipedia-Artikel:


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tjark84



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BeitragVerfasst am: So Mai 22, 2011 7:05 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Ich gehe davon aus, dass das Seil den Strom zum Fahrstuhl hochleitet.


Stell Dir mal vor wie hoch der Widerstand von dem Seil/dem Draht im Seil wäre und wie hoch die angelegte Spannung sein müsste.

Die einzig halbwegs realisierbare Möglichkeit die ich gesehen habe wäre eine Mischung aus Solarpaneelen und Laser.

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DrStupid



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Beiträge: 51

BeitragVerfasst am: Mo Mai 23, 2011 7:11 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Pasch61 hat Folgendes geschrieben:
Die eigentliche Idee ist, dass eine Kapsel sich an dem Kabel hochzieht (WeltraumFAHRSTUHL ist deswegen ein bisschen irreführend).


Das ist eine Möglichkeit. Eine andere besteht darin, eine endlose Seilschleife am unteren Ende um eine Rolle laufen zu lassen und die Nutzlasten fest daran zu befestigen. Eine solche Konstruktion müsste man gar nicht mit Energie versorgen. Sie könnte sogar Energie abgeben.
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Pasch61



Anmeldedatum: 20.05.2011
Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: Mo Mai 30, 2011 12:16 pm    Titel: Antworten mit Zitat

[quote="isi1"]
Dadurch vermeide ich auch berechtigte Fragen, wie ich die Masse auf die '1. Kosmische Geschwindigkeit' bringe - geostationär stimmt die Geschwindigkeit schon.[/quote]

Das ist mir nicht ganz klar. Das Objekt ist doch erst mit der richtigen Geschwindigkeit geostationär..
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