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Lorentzkraft und Lenz'sche Regel


 
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Magnetkasten in Bewegung :: Hilfe bei Fehlerrechnung!!!  
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Philipp_



Anmeldedatum: 20.05.2011
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: Fr Mai 20, 2011 7:56 pm    Titel: Lorentzkraft und Lenz'sche Regel Antworten mit Zitat

Hallo,
ich habe mich mit der Lorentzkraft und der Lenz'schen Regel beschäftigt, und würde gern wissen, ob ich alles richtig verstanden habe. Mir geht es vor allem um die Induktion in fest stehende Leiterschleifen durch veränderliche Magnetfelder.

Hier ein paar Bildchen:

Habe ich das alles richtig verstanden?

Danke, Philipp
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Fritz



Anmeldedatum: 12.07.2009
Beiträge: 1485

BeitragVerfasst am: Sa Mai 21, 2011 12:35 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo

Du bist auch dem richtigen Weg, aber ganz richtig ist es noch nicht.

Im Fall 3: ein zeitlich veränderliches Magnetfeld induziert eine Spannung in der Spule und damit einen Strom, der einen Gegenfeld aufbaut (das im Idealfall genau so groß ist wie das ursprüngliche) Damit wird das magnetische Feld aus der Leiterschleife verdrängt. Die Kraft die dabei entsteht wirkt aber nicht nach oben oder unten, sondern nach innen zum Zentrum der Leiterschleife.

Das außere Magnetfeld will am liebsten den ganzen Platz einnehmen, die Leiterschleife hindert es aber daran, deshalb werden leitfähige Materialien immer vom Magnetfeld verdrängt. Die Spule wird komprimiert.

Es gibt auch verrückte Leute, die diesen Effekt nutzen um Münzen oder andere Gegenstände zu 'schrumpfen'. Dabei werden rießige Kondensatorbänke aufgeladen und dann über einen Elektromagneten entladen, es kommt zu einer gigantische Flussänderung, der die Münze im Inneren des Magneten dazu veranlasst zu 'schrumpfen':

http://www.youtube.com/watch?v=gs51nH46F-g


Eine Abstoßung nach oben oder unten gibt es nur wenn das Feld nicht homogen ist. zb wenn nur ein Pol vorhanden ist, der 2. aber über die Luft geschlossen wird (wie beim Stabmagneten) in diesem Fall wird die Leiterschleife vom Pol weggedrückt.

http://www.youtube.com/watch?v=dYIxik9_UaY


Für den 4. Fall mit der Blechplatte gilt das gleiche, das Blech wird gestaucht. Im Prinzip ist natürlich beides wichtig, eine hohe Permeabilität und eine hohe elektrische Leitfähigkeit. Ob es nun besser ist Stahl oder Kupfer zu nehmen hängt von Fall ab und kann nicht allgemein beantwortet werden. Das besste wäre es natürlich beides zu haben. Deshalb wird zb. beim Kurzschlussläufer beides kombiniert: Ein Rotor aus Eisenblechen, der mit Kupfer-, oder Aluminiumstäben durchzogen ist.

mfg Fritz

_________________
Bitte Fragen immer im Forum stellen, nicht als PN. Falls ich nach 1 Tag nicht aufmerksam werde kann man immer noch PN schreiben.
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Philipp_



Anmeldedatum: 20.05.2011
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: So Mai 22, 2011 1:16 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Fritz, vielen Dank für Die Antwort!

Ist die Drei-Finger-Regel in Fall 3 anwendbar? Denn das Magnetfeld ändert sich ja...
Bist Du sicher, dass die Kraft die Leiterschleife nach innen zieht, und nicht je nach Änderung des Magnetfelds nach innen bzw. nach außen?

Also etwa so:

Wechsel N->S: Kraft drückt Leiterschleife nach außen, Leiterschleife wird ggf. größer im Durchmesser

Wechsel S->N: Kraft drückt Leiterschleife nach innen, Leiterschleife wird ggf. kleiner im Durchmesser

Wäre die von der Leiterschleife aufgespannte Fläche während des Polaritätswechsels des äußeren Feldes tatsächlich magnetisch feldfrei, wenn man die Leiterschleife als widerstandslos betrachtet?

Vielen Dank!
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Fritz



Anmeldedatum: 12.07.2009
Beiträge: 1485

BeitragVerfasst am: So Mai 22, 2011 2:08 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:

Ist die Drei-Finger-Regel in Fall 3 anwendbar? Denn das Magnetfeld ändert sich ja...


Ja die ist anwendbar. Angenommen das Magnetische Feld geht nach oben und wird stärker. Dann wird wird in der Leiterschleife eine Spannung induziert, die vom Magnetfeld ausgesehen nach links dreht. Es entsteht also auch ein nach links drehender Strom. Dieser erzeugt ein nach unten gerichtetes Magnetfeld, das sich mit dem ursprünglichen überlagert und dieses teilweise aufhebt.

Nach der rechte-Hand-Regel wirkt die Kraft also nach innen.


Anders sieht es aus, wenn das Magnetfeld die Leiterschleife bereits durchdrungen hat und plötzlich schwächer wird. In diesem Fall entsteht ein nacht rechts rotierender Strom, dieser bewirkt wiederum ein Gegenfeld, das sich mit dem ursprünglichen so überlagert, dass das Feld in der Schleife nahezu erhalten bleibt.

Die Kraft wirkt in diesem Fall nach außen.

Es kommt also nicht auf die Richtung des Magnetfeldes an sondern nur ob es stärker oder schwächer wird.

Zitat:
Wäre die von der Leiterschleife aufgespannte Fläche während des Polaritätswechsels des äußeren Feldes tatsächlich magnetisch feldfrei, wenn man die Leiterschleife als widerstandslos betrachtet?


Ja, das Feld im inneren wäre tatsächlich null (bzw. konstant). würde sich das Feld auch nur ein wenig ändern so würde sofort ein rießiger Strom induziert, der das Feld wieder aufhebt, so bleibt das ursprüngliche Feld im inneren der Schleife stets erhalten.

Es gibt dazu ein berühmtes Experiment mit einem schwebenden Supraleiter. Im Supraleiter herscht unendliche Leitfähigkeit. Das führt dazu, dass das innere eines Supraleiters stets feldfrei (sowohl magnetisch als auch elektrisch) ist bzw. das bei der Herstellung des Supraleiters vorhandene Feld für immer gemerkt wird.

Wird der Supraleiter nun in die Nähe eines Magneten gebracht, so wird das Feld des Magneten vom Supraleiter verdrängt. An der Oberfläche des Supraleiters hat sich ein Strom aufgebaut, der nun auf ewig bestehen bleibt und ein Gegenfeld bzw. eine Kraft bewirkt. Das führt dazu dass der Supraleiter über dem Magneten schwebt. Er hat quasi eine Permeabilität von 0 und wirkt deshalb ideal diamagnetisch.

http://www.youtube.com/watch?v=tvIZyyNJnAQ

mfg Fritz

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