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 Betreff des Beitrags: Einfügungsdämmung Pegelrechnung
BeitragVerfasst: Fr Feb 24, 2012 12:24 pm 
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Registriert: Fr Feb 24, 2012 11:38 am
Beiträge: 3
Wohnort: Gießen
Hallo Leute,

ich hab da ein Problem beim berechnen des resultierenden Schallpegels im Zusammenhang mit der Einfügungsdämmung. Es geht um die Isolierung eines Rohres.

Eine Schallquelle besitzt beispielsweise einen Schallleistungspegel im Oktavband von:


f (Hz)...63..125..250..500..1k..2k..4k..8k...
L (dB)..58....72...76.....79...81..86..74..67..

Eine Mineralwolle besitzt eine Einfügungsdämmung von:


f (Hz)....63..125..250..500..1k..2k..4k..8k..
De (dB).-8....0.....10....20...31..40..40..40...

Zuerst: Wird die Einfügungsdämmung generell von Schallleistungspegel abgezogen? Dieser wird ja meistens einen Meter etc. vom Bauteil gemessen. Oder muss dann der Schalldruckpegel vorher berechnet werden?

Unabhängig davon, wird das Einfügungsdämmung "normal" von Pegel subtrahiert. Also z.B. für f=250Hz:

76dB-10dB=66dB

oder nach der Pegelrechnung mit:

10 lg (10^7,6-10^1) dB = 76 dB ?

Letzteres würde ja kaum eine Verbesserung bringen?

Weiß jmd Antwort?

Danke


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BeitragVerfasst: Fr Feb 24, 2012 8:38 pm 
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Registriert: Mi Sep 16, 2009 2:48 pm
Beiträge: 156
Wohnort: Berlin
derikominic hat geschrieben:
Zuerst: Wird die Einfügungsdämmung generell von Schallleistungspegel abgezogen?
Dieser wird ja meistens einen Meter etc. vom Bauteil gemessen.

Schallpegel kann der Schalldruckpegel als Schallfeldgröße sein.
Schallpegel kann der Schallintensitätspegel als Schallenergiegröße sein.
Schallleistungspegel ist ganz sicher etwas Anderes.
Der Messwert des Schalldrucks ist vom Abstand 1/r abhängig.
Der Messwert der Schallintensität ist vom Abstand 1/r² abhängig.
Der Messwert der Schallleistung ist wirklich vom Abstand unabhängig (!), denn eine 100-Watt-Glühlampe hat diese Leistung in 1 m, 10 m, oder 100 m; ist also vom Abstand völlig unabhängig. Darum ist zumindest die oben zitierte Stelle, dass die Schallleistung, bzw. der Schallleistungspegel meistens einen Meter vom Bauteil gemessen wird, nicht korrekt; siehe:
"Wärmestrahlung, Lichtstrahlung und nicht der Schall": http://www.sengpielaudio.com/WaermeLichtstrahlungUndSchall.pdf
Schallleistungspegel ist weder Schallintensitätspegel, noch Schalldruckpegel.
Das wird häufig nicht beachtet.

Viele Grüße ebs

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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Sa Feb 25, 2012 4:31 pm 
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Registriert: Fr Feb 24, 2012 11:38 am
Beiträge: 3
Wohnort: Gießen
Hallo ebs,

danke für die Antwort.

Meiner Meinung nach, wird der Schalldruck in z.B. 1m Entfernung gemessen und nach Berücksichtigung der Größe der Schallquelle zur Schallleistung berechnet.

Nach deinem Link zufolge benutzen Physiker und Akustiker verwenden für die Forschungen und Berechnungen bei der Lärmbekämpfung gern die Schallenergiegrößen, d. h. die Schallleistung.

Bedeutet das, ich nehme im Falle einer Schallisolierung den Wert der Schallleistung des Rohres und ziehe dort das Dämmmaß der Isolierung ab, was bedeutet das die Schallquelle zusammen mit der Isolierung dann eine andere Schallleistung besitzt?

Oder betrachte ich einen Schalldruckpegel in der Nähe der Quelle und ziehe dort die Werte der Dämmung ab?

Ich habe das mal nachgerechnet (bei ganz "normalem" subtrahieren) und es macht keinen Unterschied ob ich es bei der Schallleistung abziehe oder es beim Schallpegel abziehe und daraus wieder die Leistung berechne. Aber wie ist es formal richtig gemacht?

Im Prinzip ergibt sich daraus die Frage "Wie berechne ich die isoloierende Wirkung von schalldämmenden Ummantelungen bei gegebenen Einfügungsdämmmaß um Rohre oder andere komplett ummantelte Schallquellen?"

Gruß derikominic


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 Betreff des Beitrags: Einfügungsdämmung Pegelrechnung
BeitragVerfasst: So Feb 26, 2012 3:53 am 
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Registriert: Mi Sep 16, 2009 2:48 pm
Beiträge: 156
Wohnort: Berlin
derikominic hat geschrieben:
Im Prinzip ergibt sich daraus die Frage "Wie berechne ich die isolierende Wirkung von schalldämmenden Ummantelungen bei gegebenen Einfügungsdämmmaß um Rohre oder andere komplett ummantelte Schallquellen?"

Als Sound-Designer für Tonaufnahmen von akustischen Orchesterinstrumenten ist mir der Begriff "Einfügungsdämmmaß" nicht geläufig. Jedoch kann ich mir vorstellen, dass eine Schallquelle, die ständig eine Schallleistung von LP = 100 dB emittiert und die dann mit einer Ummantelung mit einem Einfügungsdämmmaß (Schallleistungsdämmaß) von LP = 20 dB versehen wird, wie eine Schallquelle angesehen werden kann, die ständig nur noch LP = 100 dB − 20 dB = 80 dB als Schallleistung emittiert.

"Das Einfügungsdämmaß nach DIN EN ISO 14163":
http://www.google.com/search?hl=de&q=Ei ... 3&filter=0

"Einfügungsdämmmaß eines Schalldämpfers":
http://www.schweizer-fn.de/akustik/sons ... stiges.htm
Hier vermeidet man jedoch die Schallleistung.
Einfügungsdämmmaß ist Schalldruckpegel ohne Schalldämpfer (dB) minus Lpm = Schalldruckpegel mit Schalldämpfer.

"Schalldämpfer":
http://www.lfu.bayern.de/laerm/kenndate ... empfer.pdf
Für die Kennzeichnung der Wirkung eines Schalldämpfers sind zwei Dämmmaße gebräuchlich. Das Einfügungsdämmmaß De (identisch mit dem Einfügungsdämpfungsmaß Di) ist die durch Vergleichsmessung mit und ohne Schalldämpfer unter sonst gleichen Bedingungen ermittelte Pegelminderung. Es ist von der Einbaustelle des Schalldämpfers abhängig und deshalb kennzeichnend für das Gesamtsystem Schallquelle, Leitung, Schalldämpfer. Das Durchgangsdämmmaß Dd (identisch dem Durchgangsdämpfungsmaß Dt) ergibt sich aus dem Verhältnis der auf den Schalldämpfer auftreffenden Schallleistung zur durchgelassenen Schallleistung. Es ist für Schalldämpfer unabhängig vom Gesamtsystem kennzeichnend.

Viele Grüße ebs

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